Brotlose Kunst?!

Dienstagsabends trifft man sich beim Bäcker!

Eine Bäckerei als Konzertsaal? Livemusik an einem Dienstagabend? Und das Ganze ohne Eintritt?

Was heute fest zum Winter in Hamminkeln gehört, begann im Jahr 2015 mit einer Bierlaune.

Marco Launert von der Rockschule und Bastian Bors saßen zusammen und hatten die Idee, Livekultur ins Backstubencafé zu holen. Nicht als großes Event, sondern ganz unkompliziert: gute Künstler, eine kleine Bühne, ein paar Getränke und ein Publikum, das Lust auf einen besonderen Abend hat.

Im Dezember 2015 wurde aus der Idee Wirklichkeit. Marco stand gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Andres „Zwiebel“ Swiatlowski auf der Bühne. Freunde und Bekannte kamen dazu und die erste „Brotlose Kunst?“ nahm ihren Lauf.

Damals war der Gedanke: Das machen wir vielleicht drei oder vier Mal.

Heute, mehr als zehn Jahre später, wissen wir es besser.

Immer am ersten Dienstag

Seitdem heißt es von Oktober bis April an jedem ersten Dienstag im Monat: Brotlose Kunst.

Dann wird unser Backstubencafé am Weikenrott zum Konzertsaal, zum Comedyclub und manchmal sogar zur Tanzfläche.

Das Programm ist bewusst bunt. Rock, Pop, Soul, Jazz und Singer Songwriter gehören genauso dazu wie Kabarett, Stand Up Comedy und unsere Comedy Mixed Shows.

Für die Auswahl der Künstler und die Organisation ist von Anfang an Marco Launert verantwortlich. Dabei gilt bis heute: Auf unsere Bühne kommen Profis und möglichst immer Künstler, die noch nicht bei uns waren.

So bleibt jeder erste Dienstag ein bisschen überraschend.

Von der kleinen Idee zum vollen Haus

Die besondere Atmosphäre hat sich schnell herumgesprochen. Künstler und Publikum trennen bei uns keine Absperrungen und keine große Bühne. Man sitzt mittendrin und erlebt Musik und Comedy aus nächster Nähe.

Aus den Freunden und Bekannten der ersten Veranstaltung ist längst ein Publikum aus der ganzen Region geworden. Viele Gäste sind seit Jahren dabei, andere entdecken die Brotlose Kunst gerade erst.

An manchen Abenden haben wir inzwischen bis zu 200 Gäste im Backstubencafé begrüßt. Wer einen bestimmten Sitzplatz haben möchte, kommt besser früh. Die ersten Stammgäste stehen manchmal schon deutlich vor Veranstaltungsbeginn vor der Tür.

Mehr als zehn Jahre voller Geschichten

Natürlich sind in all den Jahren einige Abende besonders in Erinnerung geblieben.

Comedians wie Heinz Gröning, Ausbilder Schmidt und Quichotte brachten unser Café zum Lachen. Bei unseren Comedy Mixed Shows standen immer wieder neue Künstler aus ganz Deutschland auf der Bühne.

Musikalisch war die Bandbreite mindestens genauso groß. Markus Gahlen, der bereits mit Größen wie Udo Jürgens, Roland Kaiser und Howard Carpendale zusammenarbeitete, war ebenso zu Gast wie Fabian Haupt mit seinem selbst ernannten „Jubelpop“.

Fisch & Oldrik brachten ihren Punkrock mit Akustikgitarren mit. Das Café war voll und am Ende hatten unsere Gäste tatsächlich das Bierregal leer getrunken. Auch das gehört nach über zehn Jahren zur Geschichte der Brotlosen Kunst.

Längst kommen die Künstler nicht mehr nur aus Deutschland. Der neuseeländische Musiker Ant Utama und das niederländische Duo Lion & the Rose sorgten bereits für internationales Flair beim Bäcker.

Von Nürnberg direkt nach Hamminkeln

Eine unserer schönsten Geschichten begann nicht bei uns, sondern auf der Straße in Nürnberg.

Marco entdeckte dort beim Bardentreffen die vier Argentinier von Kemadito Sound. Sie machten Straßenmusik und hatten innerhalb kürzester Zeit rund 300 Menschen um sich versammelt, die zu ihrer Cumbia Musik tanzten.

Für Marco stand sofort fest:

„Die müssen wir nach Hamminkeln holen!“

Und tatsächlich standen die vier wenig später bei der Brotlosen Kunst auf unserer Bühne.

An diesem Abend reichten Stühle und Tische allerdings nicht. Zum ersten Mal schafften wir vor der Bühne Platz für eine Tanzfläche. Aus dem Backstubencafé wurde eine kleine Latino Party.

Genau das ist Brotlose Kunst. Man weiß vorher nie ganz genau, was an diesem Dienstagabend passieren wird.

Drei Regeln

Wer schon einmal bei uns war, kennt Marcos Begrüßung.

Zu Beginn gibt es drei Regeln:

Erstens: Es wird ein wundervoller Abend.

Zweitens: Wir haben das beste Publikum und die besten Künstler.

Drittens: Es heißt zwar Brotlose Kunst, aber am Ende sollen sich auch die Künstler ihre Brötchen kaufen können.

Denn der Eintritt ist seit dem ersten Abend frei.

Unser etwas anderer Hut

Natürlich spielen professionelle Künstler nicht umsonst. Deshalb geht bei uns am Ende des Abends der Hut herum.

Wobei „Hut“ nicht ganz richtig ist.

Wir benutzen dafür ein altes Brotgefäß aus unserem Familienbetrieb. Bastian hat es irgendwann in der alten Backstube in Bocholt gefunden. Heute gehört es genauso zur Brotlosen Kunst wie die Bühne und Marco.

Jeder Gast entscheidet selbst, was ihm der Abend wert war.

Und Marco erinnert das Publikum gerne daran, dass Künstler es besonders mögen, wenn das Geld ganz leise in das Brotgefäß fällt.

Der Hinweis funktioniert. In all den Jahren ist die Gage für unsere Künstler auf diese Weise immer zusammengekommen.

Wo trifft man sich dienstagsabends in Hamminkeln?

Eine Sache fehlt noch.

Zu Beginn eines jeden Abends stellt Marco dem Publikum eine Frage. Sie ist mittlerweile der einfachste Weg herauszufinden, wer zum ersten Mal da ist und wer längst zum Stammpublikum gehört:

„Wo trifft man sich dienstagsabends in Hamminkeln?“

Die Antwort kommt inzwischen ziemlich zuverlässig aus dem ganzen Café:

„Beim Bäcker!“

Was im Dezember 2015 aus einer Bierlaune entstand und eigentlich nur drei oder vier Mal stattfinden sollte, ist mehr als zehn Jahre später eine feste Institution im Hamminkelner Winterhalbjahr.

Darauf sind wir ein bisschen stolz.

Und deshalb machen wir weiter.

Brotlose Kunst?

Jeden ersten Dienstag von Oktober bis April. Eintritt frei. Beim Bäcker.

 

Ihr wollt bei der Brotlosen Kunst auf die Bühne?

Ihr seid Musiker, Band, Comedian oder Kleinkünstler und könnt euch vorstellen, an einem Dienstagabend unser Backstubencafé zu erobern?

Dann meldet euch bei Marco und der Rockschule.

Künstlerbewerbungen bitte an:
info@rockschule.de